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ΕΠΙΚΑΙΡΟΤΗΤΑ

Stellungnahme des Goethe-Instituts Athen zum offenen Brief der Ortsgruppe Ioannina des Panhellenischen Deutschlehrerverbandes (16.12.2015)


Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrem offenen Brief an das Goethe-Institut, der auf der Webseite des Panhellenischen Deutschlehrerverbands erschienen ist, möchten  wir Stellung nehmen.

Das Goethe-Institut ist als Prüfungsanbieter schon deshalb weltweit angesehen, weil es auf hohe Qualität, sowohl des Prüfungsmaterials selbst als auch der Prüfungsdurchführung achtet. Dazu gehört u.a., dass die Testaufgaben von Expertinnen und Experten mit Lehr- und Prüfungserfahrung erarbeitet, die Prüfungsmaterialien vor ihrem Einsatz unter Prüfungsbedingungen erprobt und die Ergebnisse dieser Erprobungen qualitativ und quantitativ ausgewertet werden. Nur wenn die Aufgaben in der statistischen Auswertung eine Schwierigkeit auf dem Niveau B1 zeigen, werden sie in den Prüfungen eingesetzt. Bei der Zusammenstellung der Module achten wir auch darauf, dass der Schwierigkeitswert in allen Modulen vergleichbar ist. Die Prüfungsbewerter sind alle geschult und müssen sich einem weltweit einheitlichen Zertifizierungsverfahren unterziehen, bevor sie als Bewerter zugelassen werden. Ausschließlich Personen, die über das Zertifikat für die jeweilige Prüfung verfügen, werden eingesetzt.

Das "Zertifikat B1" ist ein Gemeinschaftsprodukt des ÖSD und des Goethe-Instituts. Das bedeutet auch, dass die Prüfungsmaterialien und die Prüfungsdurchführung des "ÖSD-Zertifikats B1" und des "Goethe-Zertifikats B1" identisch sind.

Alle Prüfungen des Goethe-Instituts basieren auf dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen und zertifizieren das Erreichen eines dieser Niveaus. Dies gilt selbstverständlich auch für das Zertifikat B1. Vor dessen Einführung fand in der Zentrale des Goethe-Instituts eine Standard-Setting-Konferenz statt, an der internationale Experten und Expertinnen teilnahmen. Laut dem Ergebnis prüfen alle vier Module das Niveau B1.

Generell gibt es bei den Bestehensquoten der rezeptiven und produktiven Teile die Tendenz, dass die Module Schreiben und Sprechen eine hohe Bestehensquote haben. Dies werten wir als positives Zeichen, da es für einen kommunikativen Unterricht spricht.
Speziell bei dem Modul Hören stellen wir schwächere Leistungen fest, was allerdings auch bei der alten Prüfung „Zertifikat Deutsch für Jugendliche“ der Fall war. Die schwächeren Leistungen konnten aber durch bessere Leistungen in den anderen Fertigkeiten ausgeglichen werden und fielen somit nicht so stark auf. Aufgrund der Modularität ist dies nun nicht mehr möglich, denn das Niveau B1 wird in jedem Modul für jede Fertigkeit bestätigt.

Von einer Diskrepanz zwischen den „Vorschriften“ und „der Realität“ kann keinesfalls die Rede sein. Um dies aufzuzeigen, sind im Rahmen unserer BKD Jahresseminare Veranstaltungen zum Thema Prüfungen geplant, bei denen wir gemeinsam relevante Aspekte reflektieren können.

Wir  möchten anregen, dass Sie sich künftig mit Themen jeglicher Art direkt an uns wenden und uns Gelegenheit geben, sie mit Ihnen zu besprechen. Wir schätzen die gute Zusammenarbeit mit dem Panhellenischen Deutschlehrerverband sehr, uns liegt viel an der Fortsetzung eines Dialogs,  in dem offene Fragen im kollegialen Miteinander geklärt werden können. 

Mit freundlichen Grüßen

Sulochana Giesler
Leiterin der Spracharbeit mit regionalem Fachauftrag
Goethe-Institut Athen