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ΕΠΙΚΑΙΡΟΤΗΤΑ

Rat für deutsche Rechtschreibung: Noch kein Gendersternchen im Duden

Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat beschlossen, das sogenannte Gendersternchen noch nicht in den Duden aufzunehmen. Man will jedoch bis November Vorschläge für eine geschlechtergerechte Schreibweise machen.

„Die Entwicklung beim Thema geschlechtergerechte Schreibung ist nicht so weit gediehen, dass das Regelwerk der amtlichen deutschen Rechtschreibung geändert werden sollte." Mit diesen Worten begründete der Rat für deutsche Rechtschreibung am 08. Juni in Wien seine Entscheidung, zunächst auf das sogenannte Gendersternchen bei Personenbezeichnungen zu verzichten. In diesem Rat treffen sich Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Südtirol, Liechtenstein und der deutschsprachigen Teile Belgiens, um festzulegen, welche Schreibweisen in Schulen und Behörden richtig sind. Die Empfehlungen des Rates finden sich anschließend im Rechtschreibwörterbuch Duden wieder. Noch werde die Praxis, von Frauen und Männern in weiblicher und männlicher Form oder in Passivkonstruktionen zu schreiben, der Erwartung geschlechtergerechter Schreibung am ehesten gerecht, hieß es nach der Sitzung.

 

Alternativen zu diesem sogenannten generischen Maskulinum sind Doppelnennungen wie „Lehrerinnen und Lehrer" oder Partizipialkonstruktionen wie „Lehrende". Weil diese Formen allerdings oft ziemlich lang oder umständlich sind, gibt es seit einiger Zeit andere, kürzere Schreibweisen. Als „geschlechtergerechte Schreibung" gelten auch einige Formen, die zwar möglich sind, bislang aber nicht zur amtlichen deutschen Rechtschreibung gehören. Darunter fallen zum Beispiel das Binnen-I wie in LehrerInnen oder Schrägstriche wie in Lehrer/in.

 

Eine Schreibweise für das dritte Geschlecht

Das Gendersternchen allerdings bedeutet mehr als die Berücksichtigung der beiden Geschlechter weiblich und männlich. Es soll auch das sogenannte dritte Geschlecht, also Menschen, die sich weder als männlich noch als weiblich bezeichnen, sprachlich abbilden. Das Sternchen wird bei Personenbezeichnungen zwischen dem Wortstamm und der weiblichen Endung eingefügt, wie bei dem Wort „Kolleg*innen".

Das Bundesverfassungsgericht hatte im letzten November festgestellt, dass die bisherigen Regelungen des Personenstandsrechts, die bloß „männlich" oder „weiblich" berücksichtigen und keine dritte Möglichkeit zulassen, gegen das Grundgesetz verstoßen. Im Zuge dieses Urteils kam es beim deutschen Rechtschreibrat vermehrt zu Anfragen, wie man zum Beispiel als Behörde mit der neuen Situation umgehen solle.

Bis zum kommenden November will der Deutsche Rechtschreibrat nun Empfehlungen für „geschlechtergerechte Schreibung" für staatliche Stellen vorlegen. Wichtig sei, dass diese Vorschläge verständlich und vorlesbar seien, zugleich müssten sie auch Eindeutigkeit und Rechtssicherheit garantieren, heißt es in der Mitteilung.

Quelle: mk/ip (dpa/ep)