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GEW: „Sofortprogramm Lehrernachwuchs“

Frankfurt a.M./Wiesbaden – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Länder gemahnt, endlich ausreichend Vorsorge zu treffen, um die Lehrerversorgung für die bevorstehende Pensionierungswelle sicher zu stellen. „Der große Berg der Pensionierungen steht uns noch bevor: Die Zahl wird in den nächsten vier bis fünf Jahren im Vergleich zu 2009 um 20 Prozent steigen. Jahr für Jahr gehen dann über 33.000 Lehrkräfte in Pension oder Rente. Es stehen nicht genügend junge, voll ausgebildete Lehrer bereit, diese Lücke zu schließen“, sagte Ilse Schaad, Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Angestellten- und Beamtenpolitik, am Donnerstag (25.11.2010) mit Blick auf die Veröffentlichung der Pensionierungszahlen von Lehrern des Statistischen Bundesamtes: „Der Lehrermangel in Deutschland wird sich dramatisch verschärfen!“

Schaad bekräftigte die Forderung der Bildungsgewerkschaft nach einem „Sofortprogramm Lehrernachwuchs“, das die GEW gestern während der Vorstellung des „Lehrerarbeitsmarktberichtes 2010“ erhoben hatte. Die Länder seien in der Pflicht, ihrer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zur Ausbildung von Lehrkräften nachzukommen. „Die Länder müssen die Ausbildungskapazitäten für Referendare von derzeit rund 30.000 auf 39.000 Stellen erhöhen. Sie müssen alle Lehramts-Hochschulabsolventen ohne Wenn und Aber sofort ins Referendariat übernehmen. Lange Wartezeiten oder Ablehnungen – wie in mehreren Ländern üblich - führen nur dazu, dass die jungen Menschen in andere Berufe abwandern. Sie stehen künftig nicht mehr als Lehrkräfte zur Verfügung“, sagte Schaad. Sie setzte sich dafür ein, dass der Lehrerberuf für junge Menschen attraktiver gemacht werden müsse. Dazu gehöre, die Einkommen für Lehrkräfte und Referendare anzuheben und bessere Arbeitsbedingungen wie kleinere Klassen und niedrigere Unterrichtsverpflichtungen anzubieten. „Nur so können wir die Qualität des Bildungsangebotes in den Schulen verbessern“, betonte die GEW-Sprecherin.