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«Die Zeit», NS-Opfer: Was kostet Gerechtigkeit? (02.02.2012)

NS-Opfer haben womöglich Anspruch auf viel mehr Geld, als Deutschland bisher zahlt. Nun entscheidet der Internationale Gerichtshof… zum Artikel

KLEINER AUSZUG

„…In Griechenland hatten Überlebende eines SS-Massakers in Distomo Deutschland auf Entschädigung verklagt. Vor deutschen Gerichten waren sie in allen Instanzen gescheitert, die griechische Justiz jedoch sprach ihnen 22 Millionen Euro Schadensersatz zu. Berlin erkannte die Entscheidung nicht an und verhinderte die drohende Pfändung des Goethe-Instituts in Athen offenbar mit einer nachdrücklichen Intervention beim griechischen Justizministerium. Aber nationale Grenzen zählen nicht mehr viel, wenn es um Völkerrecht geht. Die griechischen Kläger und ihre Anwälte wandten sich nach Italien an Joachim Lau. Auf Laus Antrag hin entschied der italienische Kassationsgerichtshof 2008, dass auch NS-Opfer aus anderen Ländern ihre Ansprüche gegen den deutschen Staat in Italien geltend machen können. Lau ließ umgehend eine geeignete Immobilie mit einer Zwangshypothek belegen: die Villa Vigoni, ein Kulturinstitut in deutschem Besitz und in bester Lage am Comer See. Aus einem scheinbar aussichtslosen Zivilrechtsverfahren war ein diplomatischer und politischer Konflikt über die Aufarbeitung der Verbrechen des Zweiten Weltkriegs geworden…“