DaF in Griechenland

Mitglied Werden!

Αρχείο 2005 - 2017

Deutsch - ein Hit!: Ein Lehrwerk zum Griechisch sprechen!

Deutsch - ein Hit!: Ein Lehrwerk zum Griechisch sprechen! 02.07.2008 Deutsch - ein Hit!: Μία ακόμη κριτική θεώρηση του σχολικού βιβλίου από τη συνάδελφο Άντα Μόσχου (ΔΔΕ Άρτας). Ο «αιχμηρός» τίτλος της εργασίας της συμπυκνώνει την απογοήτευση όσων συναδέλφων επιχείρησαν να διδάξουν τη Γερμανική στο Γυμνάσιο με αυτό το βιβλίο. Την απογοήτευση διαδέχεται η παραίτηση και η απώλεια κάθε ενδιαφέροντος για τη δουλειά μας, όταν οι ίδιοι οι μαθητές αναγκάζονται να μιλούν περισσότερα ελληνικά προσπαθώντας να «πλοηγηθούν» μέσα στο βιβλίο.

Deutsch - ein Hit!: Ein Lehrwerk zum Griechisch sprechen!

Vor genau zwei Jahren wurde in den öffentlichen griechischen Schulen ein Einheitslehrwerk eingeführt, das, wie man bei der Vorstellung erfahren hat sämtliche Lerninhalte vermittelte und auch die modernsten Lernmethoden anwandte. Schon bei der ersten Vorstellung des Buches hat uns etwas gestört, aber wir mussten es sowieso einsetzen, also haben wir es einfach mal probiert. Natürlich liest man immer erst einmal etwas über die Konzeption und die Absichten der Verfasser, aber das letzte Wort hat wie immer die Klasse. Vorausgesagt sei hier nur, dass meine ängste und Einwände voll bestätigt wurden und ich möchte anhand einer kleinen Lehrwerkanalyse aufzeigen, welche Ansätze dieses Lehrbuches, dessen Einsatz praktisch unmöglich machen.
Betont sei jedoch zuvor, dass es als allgemein bekannt gelten sollte, dass es nicht undifferenziert gute oder schlechte Lehrbücher gibt. Jeder Lehrer, der über viele Jahre hinweg mit unterschiedlichen Lernertypen und auch Lehrwerken arbeitet, weiß, dass kein Lehrbuch alle Lehreinheiten und Lerninhalteinhalte gut vermittelt. Man löst gewöhnlich dieses Problem, indem man ganz einfach die besten Darstellungen jeweils Hand hat und seinen Schülern zu ihrer Erleichterung darbietet.

Lehrwerkanalyse Deutsch - ein Hit

Aspekt 1
Identifikation

Dem Schüler wird ein Szenario geboten, damit er sich identifizieren kann. Das soll seine Motivation zum Deutsch lernen wecken und fördern. Mit Carmen soll er sich als Deutschlerner identifizieren, mit den anderen als Jugendlicher. Wie erreicht man das? Im Lehrerbuch steht dazu: „Carmen lernt seit kurzem Deutsch, macht noch Fehler, versteht nicht alles, fragt nach usw. Sie befindet sich also in einer dem Lerner sehr ähnlichen Situation und bietet sich somit als Identifikationsfigur an.“
Meine Erfahrung in der Klasse ist folgende:
Die Lerner identifizieren sich überhaupt nicht mit Carmen, die sehr gut Deutsch kann und überhaupt nicht dieselben Fragen, wie meine Schüler hat. Wenn überhaupt von Identifikation die Rede sein soll oder muss, dann würde ich eine in der Person von Maria-Christine sehen, die ja nun in all dem Durcheinander eine Beziehung zu unserem Heimatland hat. Es sei mir erlaubt an dieser Stelle wirklich anzumerken, dass dieses Szenario von keinem Profi erdacht ist. Niemand identifiziert sich nämlich mit den Nebenrollen, sondern nur mit den Hauptdarstellern und diese müssen ein Profil haben, das attraktiv genug ist, um die Identifikation zu schaffen. Und zweitens muss Identifikation, wenn sie technisch herbeigeführt werden soll, perfekt durchdacht sein und ein Gesicht haben (wenn schon keinen Charakter). Die Helden unserer Geschichte weisen nichts von beiden auf. Es sind Karikaturen, die alles unkommentiert aufnehmen, ganz im Gegensatz zu unseren wirklichen Schülern, die kaum verstehen, warum dies oder jenes passiert und denen man einen Erfahrungsbereich erklären muss, der so unwirklich ist und ihnen das Deutschlernen eher erschwert als erleichtert.

Aspekt 2
Leseverstehen

Anders als ich persönlich es gerne praktiziere ist das Lesen und das Leseverstehen wohl eher ein zweitrangiges Ziel des Lehrbuches, denn Lesen lernt man nicht und Leseverstehen im Sinne der differenzierten Ziele kann man schon, wenn die Kollegen im Englischfrontistirion ihre Arbeit richtig gemacht haben. Unsere Lerner brauchen eine gewisse Zeit um das ihnen bereits bekannte lateinische Alphabet Deutsch lesen zu lernen. Natürlich wird das überhaupt nicht vorgesehen, was mir bei einem staatlich geförderten Buch unverständlich ist. Jeder Deutschlehrende wird sicher die Erfahrung gemacht haben, dass es eine Lerneinheit geben muss, wo man Material zum Erlernen der Aussprache und auch des Lesens bereithalten muss. Man könnte natürlich einwenden, dass es Ausspracheübungen gibt, dass man die Dialoge von der CD hört usw. (…) Wirklichkeit in der Klasse ist: auf Seite 25 lernen wir das Wort „Ingenieur“, auf Seite 34 „Schloss Charlottenburg“ und auf Seite 55 „Herkunftsland“ u.v.m. Ich möchte hier betonen, dass ich persönlich mit diesen Wörtern kein Problem habe, ich habe in Berlin studiert und sie sind mir mehr als bekannt, aber wenn ich dasselbe auf Polnisch oder Tschechisch lernen müsste, hätte ich ein sehr großes Problem in der Orthographie und hauptsächlich in der Aussprache. (…)

Aspekt 3
Hörverstehen

(…)

Aspekt 4
Grammatik

„Die Grammatikprogression orientiert sich an bewährten Progressionskonzeptionen, passt diese jedoch den Erfordernissen des Szenarios an.
Grundprinzip ist, dass eingeführte Sprachphänomene für die Lernenden unmittelbar einsetzbar sind in kommunikativen Aktivitäten, die sie an der „Geschichte“ der Familie Alexiou teilhaben lassen. Dadurch soll für die Lernenden erfahrbar werden, dass sie das Alltagsleben in einer deutschsprachigen Umgebung meistern könn(t)en.“ S. 13 des Lehrerhandbuchs.
Hier muss zunächst festgehalten werden, dass es bewährte Progressionskonzeptionen gibt. Auch sollte man sich in Erinnerung rufen, was über das Szenario gesagt wurde.
Ich möchte betonen, dass die Grammatikprogression wahrscheinlich der schwächste Punk des Buches ist und möchte dies im folgenden ausführlicher darstellen.

Das Beispiel Plural

Das Erlernen des Plurals erfordert, dass die Lerner, wie es auch im Lehrbuch aufgezeigt wird, zehn verschiedene Suffixe und unter Umständen, auch Lautveränderungen lernen müssen. Der Grund, weshalb man den Plural braucht ist eigentlich nur, weil man auch den Plural der Verben erlernen möchte, also braucht man auch Nomen im Plural. Zu Beginn ist also der Plural für den Lerner nur insofern wichtig, denn der Sprachgebrauch ist sehr beschränkt. Ich erinnere mich an kein anderes Lehrwerk, das dieses so kompliziert zu erfassende Phänomen zu einem Zeitpunkt eingeführt wird, wo der Wortschatz noch so beschränkt ist und die Aussprache und auch die akustischen Eindrücke, die die Schüler haben ebenfalls. Meine persönliche Erfahrung mit dem Plural war bisher, dass er sehr schnell erlernt wurde, wenn eine bestimmte Anzahl von Wörtern bereits erworben worden waren, denn zu diesem Zeitpunkt kann man auch Sätze mit den Wörtern üben, gerade weil man auch einige Verben gelernt hat. Die im Buch angegebenen Wörter werden von den Lernern nicht verwendet, weil sie keinen weiteren Wortschatz haben. Es ist somit überhaupt keine Progression zu erkennen. Da die Verfasser dies wohl auch erkannt haben, geben sie auf griechisch die Anleitung ein großes Poster mit den Endungen zu machen und immer ein neues Nomen hinzuzufügen, wenn man es gelernt hat. Wie groß soll denn dieses Poster sein, wo soll man das aufhängen, und vor allem, warum soll man das jetzt tun. Man ist doch mit so vielen anderen Dingen beschäftigt und die Lerner möchten die Verben, die Nomen, die Pronomen, die verschiedenen Satztypen, die Intonation, die Aussprache usw. usw. lernen, warum also dieses Plakat und nicht irgend ein anderes. Welche Einheit im Buch setzt denn den Plural zu ihrem Verständnis voraus? (…)

Die Verben

Ziel ist natürlich die Verben im Präsens zu konjugieren. Und weil man nicht der Lerner ist lernt man das alles auf einmal. Dieses Fazit ziehe ich aus der Tabelle der Seite 51.Es ist doch überhaupt nicht kompliziert neben allen anderen Fertigkeiten nebenbei noch zu erfassen, dass der Infinitiv „angeln“, jedoch die erste Person Präsens „ich angle“ ist, dass „angeln“ zwar ein regelmäßiges Verb ist, aber eben diese kleine Unregelmäßigkeit hat, dass im Allgemeinen hier die regelmäßigen Verben Unregelmäßigkeiten haben und dass die unregelmäßigen Verben auch Regelmäßigkeiten aufweisen. Das muss man den Schülern nur erklären, dann gibt es keine Probleme. Sie müssen ja in derselben Lektion nur die zehn Kategorien des Plurals und den Wortschatz zum Thema Hobby lernen.
Ich glaube aber, dass das, was man Progression im Fremdsprachenunterricht nennt, am besten auf S. 86 des Lehrbuches zum Ausdruck kommt. Hier lernt man auf leichte Art und Weise aufgrund seines Vorwissens folgendes:
-Die Uhrzeit
-Die Modalverben (Konjugation, Bedeutung, Anwendung)
-Trennbare Verben
-Adverbien und deren Steigerung
-Präpositionen
-reichen Wortschatz
Im Lehrerhandbuch steht hierzu folgendes:
„Wortschatz: die inoffizielle Uhrzeit benennen
 Grammatik: die Modalverben „können“, „dürfen“, „müssen“: Syntax und Konjugation
Kommunikation: den Alltag beschreiben, Uhrzeit angeben, Möglichkeit, Erlaubnis und Notwendigkeit ausdrücken“

Und ein bisschen weiter unten steht dann:

„Sie sollten sich nach der Besprechung der Lösung nun schon vorher entschieden haben, ob Sie zuerst auf das Phänomen „Modalverben“ oder auf das der Uhrzeit eingehen wollen, da sowohl das eine als auch das andere Thema komplex ist und genügend Zeit im Unterricht zur Bearbeitung bereit gestellt werden muss.“

Ich möchte hier nur folgende Anmerkung machen: es reicht für nichts und für alles.
Man kann die Modalverben einführen, konjugieren, übersetzen (obwohl wir ja keine Grammatikübersetzungsmethode machen), dann kurz erklären wie die Syntax zu handhaben ist (siehe auch entsprechende hilfreiche übung), dann kurz mal die inoffizielle Uhrzeit erklären und schließlich diese Alltagssituation vom Wortschatz her erklären. Auf jeden Fall sollte man erst die Sprechblasen zeigen und die Lerner anhand der Uhrzeit verfolgen lassen, was zuerst und was später passiert.
Wer dann noch nicht Deutsch sprechen kann, sollte auf der nächsten Seite die Bedeutung der Verkehrsschilder behandeln.
Ich habe mich gerade dieses Jahr, als ich mit diesem Buch gearbeitet habe gefragt, warum ich so viel griechisch mit meinen Schülern sprechen muss (letztes Jahr hatte ich Erziehungsurlaub!), aber wie soll man das meistern? Ich hatte am Anfang gesagt, dass die Grammatikdarstellung der schwächste unter den schwachen Punkten des Buches ist und möchte dies nun begründen:
Dieses Lehrwerk ist für die Schüler keine Lernhilfe. Es wird im Vorwort des Lehrerbuches angegeben, dass die Schüler selbst lernen können, weil ja die Aufgaben und Situationen auf Griechisch geschrieben sind, aber das brauchen die Schüler nicht!
Ich, als Lehrender kann den Schülern kurz sagen, wo sich die Kinder gerade befinden, oder was sie bei einer bestimmten Aufgabe machen müssen. Der Lernstoff ist jedoch so angelegt, dass man den Kindern erst einmal erklären muss, wie sie überhaupt das zu erlernende gliedern müssen, wie viele Dinge gleichzeitig vermittelt werden und dass darüber hinaus sie selbst lernen sollen, Deutsch zu sprechen. Alle einfachen Dinge, wie z.B. die Komposita werden mit viel Aufwand erklärt und alle komplizierten Phänomene, da darf man wählen, wie man seine Lerner durcheinander bringt. (…)
(gekürzt)


ΥΠΟΓΡΑΦΟΥΜΕ ΓΙΑ ΤΗΝ ΑΠΟΣΥΡΣΗ ΤΟΥ DEUTSCH – EIN HIT!

Επιστολή προς τους συναδέλφους| Κείμενο υπογραφών | Επικοινωνία